Kritik und Kunst, psychedelic underground music, Ausstellungen und tägliches Miteinander.
/image%2F1574001%2F20220923%2Fob_3e7293_dosen-3.jpg)
Louise Lawler, dosiert – W.O.T. zipOz 欧-gang, the art whispering GALLERY MKO
Wurde 2007 vertreten von der Galerie Sprüth Magers, München/Köln. Eine von 13 Leuten, die auf der DOCUMENTA 12 ausgestellt wurden, alle sind von Galerien vertreten.
Tim Ackermann, Gesine Borcherdt und Silke Hohmann durften Artikel schreiben im www.monopol-magazin.de, Ausgabe Nr. 1, Sommer 2007, Seite 17.
appropriation art, das schon probierte Werk, was sich im Kunstmarkt verkaufen konnte. Schließt Louise Lawler an die Kunst der Institutionskritik an? Beleuchtet sie mittels Fotografie die Existenz jenseits des White Cube? Gut, ich sage, es gibt keine Freie Kunst, denn wenn etwas bekannt wurde, waren immer Verpflichtungen im Hintergrund. Louise Lawler sagt es ähnlich: "Das autonome Werk, das sich aus Politik und Gesellschaft heraus halten will, gibt es nicht."
Entdeckt habe ich diese Botschaft in meinem Archiv. Warum kommen mir so viele Kunstschaffende vor, als seien sie künstlich, gut funktionierende Modelle in einer dafür geschaffenen Welt? Alle mit Vertrag, mit einer Galerie, und einer ihrem tun angepassten Geschichte. In dieser Parallelwelt finde ich meine Arbeiten. Es gibt mich nicht, wie Günther Grass mir versicherte damals im Thalia, es hat mich nie gegeben. Aber ich habe immer gearbeitet, immer etwas angeregt, nur präsentieren durfte ich nichts, außer in kaum wahrnehmbaren Orten, in Büchereien, in Buchhandlungen, in Kirchen, leicht vernichtbar, entfernbar, auslotbar, zerteilbar, ablehnbar um es anderen zu geben, die einfacher zu führen sind. Selber Schuld? Zu leicht gesagt, das wird schon in der Sesamstrasse demonstriert.
Was will ich damit? Was mache ich mit... dem Beutel da? Eine Welt voll von dummen Fragen und Bemerkungen. Muss ich mir das gefallen lassen? Ich muss, denn ich gehöre mir nicht. Ich gehöre denen, die über mich verfügen, mittels Eigentum, mittels Ansprüche, die sie sich ausgedacht haben. Sie konnten enteignen, mein Haus kassieren, abreißen, Arbeitskraft vernichten. Meine Kunst wird sie nicht bändigen können. Sie machen alles zu Müll, was sie nicht verstehen und nicht für sich verbrauchen können. Sie sind unaufmerksam, lernen liegt ihnen nicht. Da hängt sich Louise Lawler an die approbierte Kunst, wie sie vorgeschrieben wird. Fotos sind einfach, druckbar, verteilbar, Flach. Es hängt die Werbung für bekannte Werke mit dran. Anders als mit meinen Dosentürmen. Die sind unhandlich, nehmen Platz und ich höre von Galerien, da sei schon alles voll, bis unters Dach. Gut, die wollen nicht. Genommen wird, wer irgendwo was musselt als Gast, als Zeitarbeit. Etwas herstellt zum schnellen Vergessen, eine Ausstellung oder einen Abend, der unterhält und dann weg ist. In meinen Dosen stecken die Berichte, was Galerien verkauften zur Zeit der Herstellung. Wichtig ist das nicht. Das Verkaufte hatte schon seinen Preis. Der Rost auf meinen Dosen demonstriert Qualität. Frühe Dosen wurden ausgestellt im Parteibüro der GRÜNEN GAL/BÜNDNIS90 in Hambug, in der Kneipe URKNALL und in Öffentlichen Bücherhallen. Es gibt eine kurzen Musikfilm auf YouTube mit dem Titel ACID PSY, bevor etwas spätere Dosenobjekte mit komplizierter Elektronik einem Schwingungskonzept folgten, besonders der von Lichtenberg beschriebenen Vibration mehrerer Uhren, nur in elektronischen Schaltungen realisiert. In jenem Jahrzehnt beschäftigte ich mich mit dem Phänomen der Synchronisation, ausgehend vom Timecode im Film zur Audioaufzeichnung bis zur digitalen – analogen SMPTE und MIDI Synchronisation. Ich kaufte dazu etliche Geräte, die ich in Ausstellungen vorstellte und in meinem Studio betrieb.
Zurück zum Dosen – Objekt.. Nun wirkt hier Staub wie eine empfindliche Patina, das oberste Segment archäologischer Schichtung. Deshalb möchte ich dieses Werk vor Verkauf und Ausstellung in einem luftleeren, transparenten Kasten eingebaut sehen. Wer es später besitzt, soll es zeigen mögen. Für Aufnahmen kann die Konstruktion geöffnet werden. Übrigens gab es zur Zeit der Entwicklung noch kein Dosenpfand. Das wurde erst zusammen mit den Ausstellungen dieser Objekte eingeführt.
Ich weiß nicht, wer überhaupt auf irgendwas reagiert. Kommentare erwünscht, auch zum Film auf YouTube. Foto und Artikel, Story ©W.O.T. zipOz 欧-gang, MA KING OFF GALLERY