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Kritik und Kunst, psychedelic underground music, Ausstellungen und tägliches Miteinander.

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Nervenkrank durch Immobilienhandel?

 

Wenn jemand die Geschichte um den Verkauf der Esso-Häuser und Clubs und der Tankstelle (daher der Name) an der Hamburger Reeperbahn verfolgt hat, weiß nicht nur von 90 aus den Häusern durch Gewalt vertriebene MieterInnen zu berichten. Das Vorspiel hat eine lange Geschichte, erläutern soll es das Beispiel vom Mieter Herrn B. aus diesen Häusern.

Wir blickten auf die Reeperbahn und Olli schrie seinen Blues zur Gitarre. B. wurde immer nervöser, ihm wurde schlecht und schließlich sagte er leise: „bitte hör auf, Olli, ich habe schon mehrere Briefe bekommen, mit Abmahnungen, Kündigungen, das geht nicht gut.“ Es war nicht spät, und draußen auf der Reeperbahn tobte das Touristenvölkchen, wir staunten über soviel Angst.

Dass mit vielen MieterInnen dieses Wohnblocks ein ähnliches Spiel getrieben wurde und viele MieterInnen davon nervenkrank wurden, das kam erst nach und nach zur Sprache. Merkwürdiger Weise waren es Immobilenhändler, die das Grundgesetz (Art.13 GG) zu ihrem Werkzeug gemacht haben, als 90 MieterInnen mit Gewalt und Tücke aus ihren Wohnungen getrieben wurden und 20 Türen aufgebrochen einen staatlich organisierten Pseudo - Vandalismus hinterließen.

Dieses übelste Weihnachtsgeschenk hat die Ursache eines Anrufs vom Mieter aus dem nun geräumten Wohnblock bei der Polizei wegen angeblicher Erschütterungen. Diese konnten nie eindeutig festgestellt werden, aber zusammen mit dem Vorspiel des jahrelangen Nervenkrieges gegen die MieterInnen dieses Wohnblocks lässt sich eine Diagnose stellen, die hält was sie verspricht.

Ein Anruf aus einem dieser Art von Wohnblöcken brachte jene Erkenntnis neurotischer Erschütterungen, die im Körper der Probanden entstehen. Der Anrufer war sich vollkommen sicher, etwas im Haus würde ihn jede Nacht um den Schlaf bringen. Eine sich dauerhaft wiederholende Erschütterung, in regelmäßigen Abständen. Es gibt Theorien von Subbässen, auch von Menschen, die ohne Anlass solche erzeugen nur um zu stören, oder von Haustechnikern, die ihre Geräte laufen lassen, ohne sich um deren niederfrequente Schallemission zu kümmern, oder um Nachbarn, die ihre Lüfter im Kontakt mit Boden und Wand betreiben.

Mechaniken benötigen Luft, um hörbar zu sein. So wurden tickende Uhrwerke schon vor mehreren hundert Jahren 'gestillt', indem sie unter einer Glasglocke ticken konnten, die luftleer gepumpt wurde. Drang zu viel Luft ein, oder musste die Uhr aufgezogen werden, so sorgte die die Saugpumpe wieder für ein ordentliches Vakuum im Glas. Der Schall konnte nur im Kontakt mit fester Materie übertragen werden. So auch in Häusern, die Wände und Böden haben zur Schallübertragung.

Im Falle des vorhin beschriebenen Mieters lag keine Außenwirkung vor. Innerlich durch Briefe und Anfechtungen zerrüttet, gaben die Nerven den Impuls von nächtlichen Erdbeben, die nicht gemessen werden konnten, weil es sie in Wirklichkeit nicht gab. Im Falle der 90 MieterInnen, die über Nacht aus ihrem Wohnblock vertrieben wurden, sollten mehr Überlegungen, mehr Respekt und mehr Vorsicht zu anderen Handlungsweisen führen als sie mit Hilfe von Polizei und technischem Hilfswerk zu vertreiben.

 

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